01/27/12
Fliegende Retter
Hauptbootsmann Christian K. ist als Rettungsassistent in einer Transall C160 MedEvac eingesetzt. MedEvac steht für medizinische Evakuierung und bedeutet, dass Verwundete oder erkrankte Soldatinnen und Soldaten schnellstmöglich dort hin transportiert werden, wo sie die bestmögliche Versorgung erhalten. Von Mazar-e-Sharif starten Christian K. und dreizehn weitere Kameradinnen und Kameraden und fliegen von dort aus ihren Patienten zu Hilfe. „Wir nehmen Patienten auf und bringen sie zurück nach Mazar-e-Sharif, wo sie im Feldhospital stabilisiert, operiert und weiter behandelt werden.“ Soldaten, die nicht hinreichend im Feldlager versorgt werden können, werden hingegen mit der Transall nach Usbekistan transportiert, von wo aus sie ein MedEvac Airbus nach Deutschland fliegt. Für Christian K. ist der Einsatz in Afghanistan nicht sein erster. Er war bereits 2008 in Kunduz und 2009 in Mazar-e-Sharif als Rettungsassistent auf einem gepanzerten Sanitätsfahrzeug - am Boden - eingesetzt.
Die Transall C160 ist so umgebaut, dass im vorderen Teil der Maschine zwei besonders schwer verletzte Patienten aufgenommen werden können. „Dort gibt es ein paar Gerätschaften mehr, und auch die Platzverhältnisse sind besser“. Ein Arzt, ein Anästhesist, ein Intensivfachpfleger sowie Rettungsassistenten kümmern sich in diesem Teil des Flugzeugs um die Schwerverletzten. Im hinteren Teil der Maschine, wo Christian K. gemeinsam mit anderen Rettungsassistenten die medizinische Versorgung übernimmt, können zusätzlich sieben leicht bis mittelschwer Verletzte aufgenommen werden. Die Einsätze, zu denen Hauptbootsmann Christian K. und seine Kameradinnen und Kameraden gerufen werden, sind sehr unterschiedlich. „Von relativ leichten Verletzungen durch Waffensysteme oder scharfkantige Gegenstände, über schwere Knochenbrüche beim Überwältigen von Hindernissen im Gelände, über Schussverletzungen bis hin zum Überrolltrauma, wenn beispielsweise jemand von einem Fahrzeug überfahren wurde“, haben sie schon alles behandelt. Gerade weil die körperliche und auch seelische Belastung des medizinischen Personals in einem solchen Einsatz hoch ist, ist Christian K. froh, in einem Team zu arbeiten, in dem sich jeder auf den anderen verlassen kann: „Ich wurde sehr schnell sehr fest in das Team aufgenommen, dieses starke Kameradschaftsgefühl tut mir sehr gut.“




















