08/20/12
"Einsatzbereit – jederzeit – weltweit"
Die Triebwerke der Transall lärmen, der Wind bläst einem um die Nase, und es riecht nach Kerosin. Hauptgefreiter Rickert hakt sich mit der automatischen Aufziehleine ein und begibt sich zur Tür. Er wartet auf das Kommando zum Sprung. Ein kleiner Schritt, und er verlässt in einer Höhe von 400 Meter, bei einer Geschwindigkeit von 240 km/h die Transall.
Fallschirmjäger zu sein ist für Oliver Rickert etwas ganz Besonderes. Der 21-Jährige aus Nordrhein-Westfalen ist Hauptgefreiter in der 4. Kompanie des Fallschirmjägerbataillons 373 in Seedorf, Niedersachsen. Mit 17 Jahren bewarb er sich bei der Bundeswehr. Für ihn stand von Anfang an fest: Er möchte zu den spezialisierten Kräften. „Wenn ich zur Bundeswehr gehe, dann richtig“. Disziplin, Ausdauer und sportliche Leistungsfähigkeit waren für den aktiven Leichtathleten selbstverständlich. Die Musterung bestätigte, was Oliver schon vorher wusste: seine körperlichen und geistigen Voraussetzungen waren hervorragend. Dem Weg in die Fallschirmjägertruppe stand nun nichts mehr entgegen.
Im Sommer 2009 begann er seine Laufbahn als Soldat auf Zeit für vier Jahre. Bereits nach fünfzehn Monaten Dienstzeit ging es für ihn das erste Mal in den afghanischen Norden nach Kunduz. Mittlerweile ist er Hauptgefreiter und befindet sich in der einsatzvorbereitenden Ausbildung für seinen geplanten zweiten Einsatz in Afghanistan. In verschiedenen Ausbildungsabschnitten üben die Soldaten für den Ernstfall. Die Grundkenntnisse der militärischen Vorausbildung werden wiederholt, erweitert und gefestigt. In vielen verschiedenen Übungslagen sollen die Soldaten lernen, sich auf mögliche Situationen im Einsatz vorzubereiten. Der Tagesablauf ist streng durchgeplant und geprägt von aufeinander abgestimmten militärischen, sportlichen und taktischen Bestandteilen.
„Wir haben sehr vielfältige Aufgaben. In der Sporthalle üben wir im Rahmen des Nahkampfs zum Beispiel das Entwaffnen einer Person.“ Am Kletterturm heißt es, mit gezielter Griff- und Tritttechnik den Turm zu erklimmen. Auch der sichere Umgang mit der Waffe, insbesondere unter körperlicher Belastung, muss immer wieder geübt werden, so Rickert. Die Anforderungen sind hoch, aber die tägliche Herausforderung hat den jungen Soldaten schon immer gereizt. „Kein Tag ist wie der andere, das liebe ich so an diesem Beruf.“
„Mein Auslandseinsatz in Afghanistan, von Oktober 2010 bis März 2011, war für mich ein herausragender Teil meiner Dienstzeit. Dort war ich Angehöriger der ISAF-Schutzkompanie. Meine Aufgaben waren Präsenz zeigen, bestimmte Gebiete absichern, Patrouille fahren und Verdächtiges melden. Des Weiteren war ich Richtschütze auf dem Transportpanzer Fuchs und verantwortlich für die Bedienung der Turmwaffen und die Geländebeobachtung. Eine ganz besondere Aufgabe war die Sicherung der Landezone beim Besuch des damaligen Verteidigungsministers.“
Im Sommer 2011 hieß es für den Hauptgefreiten dann wieder einmal Koffer packen. An der Luftlande- und Lufttransportschule in Altenstadt ging es um nichts weniger als die Befähigung zum Springen, ein Höhepunkt im Leben eines jeden Fallschirmjägers. „Nach drei Wochen anspruchsvoller Ausbildung durfte ich endlich meine Springer-Lizenz in den Händen halten.“ Oliver ist Soldat aus Leidenschaft, und es gibt für ihn nichts Größeres. Ein Antrag auf Dienstzeitverlängerung möchte er noch dieses Jahr einreichen und hofft auf eine Zukunft bei der Bundeswehr.




















